„Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht“

erkannte schon Heinz Rühmann (deutscher Schauspieler und Regisseur) zu Lebzeiten. Und wer tatsächlich einmal im Leben einen Hund hatte, wird dieses Zitat auch sicher gut nachvollziehen können.

 

Ich bin mit Hunden aufgewachsen und kann mich kaum an eine Zeit ohne Hund erinnern. Als Kleinkind lebte in meiner Familie ein Cocker Spaniel, später eine kleine Münsterländer Hündin. Sie hing sehr an meiner Mutter und war absolut kein Familienhund. Eine meiner schrecklichsten Erinnerungen ist der Tag, als sie mir bei einem Spaziergang weggelaufen ist und ich gefühlt stundenlang im Schrebergarten nach ihr gesucht hatte. Als ich erfolglos von der Suche nach Hause kam, lag Farah gemütlich auf der Couch. Die Oma hatte sie reingelassen, als sie vor der Tür stand. Und auch meine ersten Versuche im Hundesport scheiterten mit diesem Mamahund kläglich.

 

Meine richtige Hundeleidenschaft erwachte dann erst mit unserem Border Collie Scotty, der 2001 im Februar bei uns einzog. Auch wenn er nicht der typische arbeitsgeile Border Collie war, begleitete er mich dennoch viele Jahre als treuer Begleiter auf den Hundeplatz. 2002 kam im Alter von 7,5 Wochen mein erster ganz eigener Hund, mein Border Collie Glen, ins Haus und absolutes Gegenteil von Scotty – arbeitswillig und die Rakete auf dem Hundeplatz.

 

Aufstieg zur Karlsbaderhütte
Aufstieg zur Karlsbaderhütte mit Glen

Wandern mit Hund

 

Glen war schon fast 13 Jahre als 2015 unsere Leidenschaft fürs Bergwandern erwachte. Und als wir im Winterurlaub wieder auf unserer Lieblingsalm saßen, sagte mein Mann plötzlich: „Wandern ohne Hund ist doch total sinnlos. Was machen wir denn wenn der Glen mal nicht mehr ist? Ohne Hund kann ich mir das gar nicht vorstellen.“ „Möchtest du dann wieder einen Hund?“ fragte ich erstaunt und blickte ob der folgenden Antwort dann wohl völlig perplex „also wenn wir jetzt schon einen Hund dazu holen würden, könnte der neue Hund doch von Glen lernen.“ ergänzte er dann noch. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet, aber dieses Gespräch sollte tatsächlich ausschlaggebend dafür sein, dass Holly im März 2016 bei uns einzog.

 

Border Collie
Unsere Meisterkletterin Holly

 

Und wie es schon Heinz Rühmann so treffend sagte, dass sich ein Leben ohne Hund nicht lohnt, so ergänzen wir: „Natürlich kann man ohne Hund wandern, es lohnt sich nur nicht.“

 

Nun treffen wir auf jeder Wanderung natürlich auch reichlich Menschen ohne Hund, die Freunde am Wandern und der Natur haben. Aber wer einmal einen Hund hatte und weiß wie schön es ist mit Hund zu wandern, der kann auch die Vorteile die das Leben und Wandern mit Hund bietet, erkennen.

 

Vorteile des Wanderns mit Hund

 

Frische Luft und Bewegung sind bekanntlich gesund und zwar zu jeder Jahreszeit. Mit einem Hund gibt es da keine Ausreden mehr, denn der möchte raus, egal ob es sommerlich warm oder winterlich kalt ist, egal ob es stürmt oder schneit. Wo sich der Stubenhocker dann gemütlich in seine Ecke zurückzieht, treffen wir die tapferen Herrchen und Frauchen mit ihren Vierbeinern draußen.

 

Während der Pessimist sich nun zurücklehnt,vermeintlich gesund in seinem Schaukelstuhl vor und zurück wippt, an klitschnasse und verschnupfte Hundemenschen und verdreckte Hunde und Sofakissen denkt, wandert der optimistische Hundemensch fröhlich mit seinem schwanzwedelnden Vierbeiner 365 Tage im Jahr. Und das härtet ab, das macht gesund – abgesehen von der ein oder anderen kleinen Erkältung, die wohl jeden mal treffen mag.

 

Und während der glückliche Hundemensch mit seinem freudigen Fiffi jedem Sturme trotzt, sitzt der dröge Pessimist immer noch in seinem Schaukelstuhl, wird immer träger und bei dem nächsten Luftzug, der durch seine Wohnung zieht, liegt er mit Grippe im Bett.

 

Border Collie

 

OK, ok, das ist jetzt etwas vielleicht etwas überspitzt, aber irgendwie doch ein Lustiges Bild, oder?

 

Natürlich ist nicht jeder Mensch, der keinen Hund besitzt, gleich ein Stubenhocker, es gibt ja schließlich auch reichlich Wanderer ohne Hund, die sich an der frischen Luft bewegen. Aber Tatsache ist einfach, dass wir mit einem Vierbeiner einfach gezwungen sind uns zu bewegen, den inneren Schweinehund zu besiegen und auch bei Wind und Wetter raus zu gehen. Das härtet ab und macht gesund.

 

Nie allein – immer zu Zweit (mindestens)

 

Ein Hund ist die ideale Ergänzung zum Wandern, denn mit ihm sind wir nie allein, sondern immer mindestens zu Zweit. Zwar antwortet er unterwegs nicht auf unsere Fragen, aber er hört zu. Er freut sich Seite an Seite mit seinem Menschen die Welt zu entdecken und unterhält uns mit seiner Freundensprüngen und seinen Lauten. So wird es unterwegs nie langweilig. Außerdem kann ein Hund in Notsituationen eine beruhigende Wirkung haben und der ein oder andere kann sogar Hilfe holen. Deshalb macht es Sinn, beim Wandern immer einen Hund dabei zu haben.

 

wandern mit Hund

 

Er quatscht uns nicht mit sinnlosen Statements zu, er nörgelt nicht, wenn der Weg bis ans Ziel noch weit ist, er passt auf uns auf und erfreut uns mit seiner Anwesenheit.

Also fassen wir zusammen….

Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht und das gilt fürs Wandern erst recht.

Wer einmal einen Lebensabschnitt mit einem Hund verbringen durfte, der wird das verstehen.;-)

 

In diesem Sinne, nichts wie raus mit euch und eurem Vierbeiner.

 

Eure Dina mit Holly

 

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