Achtung beim Wandern in den Bergen

Hinweis: Sicher wandern! Dieser Beitrag von mir ist schon etwas älter. Aufgrund seiner Wichtigkeit habe ich ihn aktuell überarbeitet. Bleibt gesund. Nun viel Spaß beim Lesen. In den Kommis dürft ihr gerne eure Sicherheitstipps ergänzen.

Bergsteiger 130m abgestürzt und schwer verletzt – Bergunglück in den Dolomiten: Wanderer tödlich verunglückt, Familie bei Wanderung in den Bergen von Unwetter überrascht, Kletterer stürzt in die Tiefe, Frau nach Bergtour vermisst – so oder ähnlich lauten jedes Jahr zahlreiche Schlagzeilen in der Presse – sowohl im Sommer als auch im Winter. 

Immer wieder kommt es besonders in der Bergen zu tragischen Unfällen, die nicht selten tödlich ausgehen. Fehlende Trittsicherheit oder Schwindelfreiheit, unterschätzte Gefahren (z. B. im Winter bei Lawinen) oder überschätzte Kondition, Unaufmerksamkeit oder Konzentrationsmangel, zu hoch gewählte Schwierigkeitsgrade; all das und mehr können Ursachen für das Entstehen von Unfällen während einer Bergtour sein. Deshalb solltet ihr euch vor Beginn eurer Tour über die Risiken und deren Absicherung im Klaren sein. Der Weg führt dann sicher ans Ziel und wieder zurück.


Sicherheit beim Wandern und Bergsteigen

Es gibt einige Grundsätze, an die sich jeder Wanderer halten sollte, um das Risiko von Unfällen zu minimieren und sicher zu wandern.

Schwierigkeitsgrade

Wanderrouten werden in Schwierigkeitsgrade eingestuft und insbesondere in den Bergen häufig farblich gekennzeichnet – von “Blau” für eine einfache Wanderung über “Rot” für eine mittlere Tour bis hin zu “schwarz” für eine schwierige Route. Je nach euren Fähigkeiten wie zum Beispiel Trittsicherheit, Schwindelfreiheit oder Kondition, solltet ihr die zu euch passende Tour auswählen. So wird das Risiko schon um einen ganzen Teil minimiert, dass sich unterwegs ein Unfall ereignet.

Neue Prager Hütte
Wegweiser zur Neuen Prager Hütte am Venedigerhaus

Wetterlage

Ein absolutes Must-Do bei der Planung und Durchführung einer Wanderung ist es, die Wetterlage im Auge zu behalten. Gerade in den Bergen können sich Gewitter von jetzt auf gleich zusammenbrauen. Aktuelle Wetterberichte aus der Region sollten schon im Vorfeld der Wanderung studiert werden. Bei Gewitterwarnung ist es am Sichersten, die Wanderung zu verschieben; ebenso bei starkem Nebel, Regen oder starkem Schneefall. Denn wenn die Sicht erschwert ist, fällt auch die Orientierung schwerer und bei starkem Regen besteht die Gefahr eines Hangrutsches bzw. Schnee, die Gefahr von Lawinenabgängen. All dies kann zu Unfällen beim Wandern führen, die, wenn sie im Vorfeld bedacht worden wären, hätten vermieden werden können. Das sollte jeder Wanderer bedenken und seine Tour entsprechend der Wetterverhältnisse planen. Natürlich ist die einzige Lösung nicht im Haus zu bleiben, aber wenigstens die Streckenlänge und eventuelle am Weg liegende Schutzhütten sollten zur Sicherheit beim Wandern bei der Planung bedacht werden.


Schoberköpfl
Traumhafter Schnee am Schoberköpfl

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied

Sicher wandern mit Kindern – gerade wenn eine Wanderung als Familie auf dem Programm steht, muss der Merksatz “eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied” immer berücksichtigt werden. Die eigene Kondition sowie die eurer Mitwanderer ist das A&O bei der Tourenvorbereitung. Dazu zählen neben Ausdauer auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Nur wenn sich auch der Stärkste der Gruppe darüber im Klaren ist, kann eine sichere Tourendurchführung gewährleistet werden. Denn was nützt dem Familienoberhaupt seine Trittsicherheit, wenn hinter ihm die Kinder stolpern? Was nützt ihm die Schwindelfreiheit, wenn ein Gruppenmitglied Angst an einer ausgesetzten Stelle bekommt und sich infolgedessen vertritt oder in Panikstarre verfällt und den Weg nicht fortsetzen kann? Im schlimmsten Fall führen auch mangelnde Kondition, fehlende Trittsicherheit oder Schwindelfreiheit zu Unfällen. Touren sollten dementsprechend nach der Kondition des schwächsten Glieds geplant werden. Sicher wandern erhöht zudem gleichzeitig die Freude aller an der Tour.


Sicher Wandern mit Hund

Neben Menschen sind oft auch tierische Begleiter auf Wanderungen anzutreffen. Und so sind auch beim Wandern mit Hunden einige Risiken zu betrachten. Genauso wie für den Menschen gilt es, die Kondition eures Hundes zu berücksichtigen und neben der eigenen Verpflegung auch etwas für den Hund mitzunehmen. Eine oft unterschätzte Gefahr im Sommer mit hohem Risikopotential ist das Weidevieh. Friedlich grasend sind Kühe oder auch Pferde auf den Almen immer ein schönes Fotomotiv. Doch haben sie Jungtiere können sie schnell zur Gefahr sowohl für Mensch und Hund werden, wenn sie sich bedroht fühlen. Deshalb gilt es zur Risikoreduktion genügend Abstand zu den Tieren zu halten und der Anleinpflicht Folge zu leisten, um Unfälle mit Weidetieren zu vermeiden.

sicher wandern
Kühe vor den Lienzer Dolomiten

Im Winter und bei Schnee könnt ihr selbst Schneeschuhe oder Tourenski tragen, um nicht einzusinken. Aber was ist mit dem Hund? Vereiste Pfötchen sind nicht selten und wenn sich der Vierbeiner von den Eisklumpen nicht befreien kann, können diese in die Ballen einschneiden und zu Blutungen führen. Hier helfen Booties beim Wandern im Schnee.

Garmisch-Partenkirchen
Spaß im Schnee

Weitere Sicherheitsgrundsätze

Neben den bereits genannten Punkten, die jeder Wanderer beherzigen sollte, sind auch die folgenden Hinweise zum sicher wandern sinnvoll:

  • nicht alleine wandern
  • zum Fotografieren einen festen Standplatz suchen
  • für schwierige Touren die Begleitung eines Bergführers ins Betracht ziehen
  • die richtige Ausrüstung (schaut euch hierzu gerne meinen Beitrag an) mitnehmen
  • im Winter und bei Schnee an ein Lawinenschutzset denken

Und wenn nun doch mal etwas passiert?

Trotz Risikominimierung kann natürlich nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, dass sich ein Unglück ereignet. Deshalb ist bei allen Vorsichtsmaßnahmen zu überlegen, ob es Sinn macht, Risiken über eine Versicherung abzudecken. Der Eintritt in einen Alpenverein ist dabei ein sinnvoller Schritt, denn in der Mitgliedschaft sind auch Versicherungsleistungen für zum Beispiel Bergungskosten eingeschlossen. Weiterer Vorteil sind Vergünstigungen, wenn ihr auf Hütten übernachtet. Hier erhalten Alpenvereinsmitglieder häufig Rabatte.


GalitzenklammKletterer in der Galitzenklamm

Sicher wandern mit Versicherung

Außerdem gibt es noch andere sinnvolle Versicherungen. 


Private Unfallversicherung

So könnte zum Beispiel eine private Unfallversicherung in Betracht gezogen werden, die ergänzend zur gesetzlichen Unfallversicherung auch Absicherungen bei Unfällen im Freizeitbereich bietet. Manche Versicherungen versichern in diesem Zusammenhang auch die Ausübung von Bergsport.


Reisekrankenversicherung

Niemand möchte natürlich im Urlaub krank werden. Dennoch ist es möglich und eine Reisekrankenversicherung solltet jeder im Gepäck haben der im Ausland unterwegs ist, zumal sie schon für “kleines” Geld zu haben ist.


Reiserücktritts- und Abbruchversicherung

Wenn der Wanderurlaub vorzeitig beendet werden muss, könnte auch eine Reiserücktritts- und Abbruchversicherung von Nutzen sein. Sie erstattet die durch den Abbruch zusätzlich entstehenden Rückreisekosten und die Reiseleistungen, die aufgrund des Abbruchs, nicht mehr in Anspruch genommen werden können.


01 wandern mit kindern

Das Wesentliche kurz zusammengefasst:

Sicher wandern und unterwegs zu sein ist das Ziel jedes Wanderers. Deshalb ist es wichtig sich im Vorfeld von Touren über die damit verbundenen Risiken bewusst zu sein, um mit ihnen umgehen zu können. Neben den eingangs erwähnten eigenen körperlichen Voraussetzungen wie Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollte auch an die der Mitwanderer gedacht werden. Schwierigkeitsgerade sollten dementsprechend gewählt und die Wetterlage beobachtet werden.

Neben den Risiken, die ihr für euch selbst mit bewusstem Handeln steuern könnt, gibt es leider auch welche, auf die ihr nur bedingt Einfluss habt und an die keiner gerne denkt. Unfälle beim Wandern und Bergsteigen sind gerade in den Ferienzeiten häufig Thema in den Medien und beinahe täglich zu lesen. Diese lassen sich dann mit den genannten Versicherungen eindämmen und absichern. Die Liste ist sicherlich nicht abschließend, soll aber als Denkanstoß für alle dienen, die sich mit Wandern und Bergsteigen auseinandersetzen und vorsorgen möchten. Sicher wandern ist das A&O in den Bergen und auch sonst überall.

In diesem Sinne wünsche ich eine schöne und vor allem gesunde Wanderzeit und “Bleibt gesund!”

Eure Dina

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