Die Haard überrascht mit immer wieder neuen Erlebnissen und Naturgenüssen. Diese Wanderung rund um das Jammertal bietet Natur pur und absolute Idylle, Vogelzwitschern, mächtige Baumriesen mit überdimensionalen Wurzeln, grün leuchtende Kiefern vor blauem Himmel, malerische Täler und stille Gewässer sowie eine ehemalige Raketenbasis – ja richtig gelesen – was es damit auf sich hat, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest.

Tourfakten: Rundwanderung Jammertal

Dauer: 2,0 -2,5 Stunden (ohne Pausen)
Länge: 9,1km
Höhenmeter: 44m

Familien-Check: Idyllische Runde mit Pausenbänken fürs Picknick, herrliche sandige Wege, Tierbeobachtungen, Infotafeln am Wegesrand, Raketenbasis, Einkehrmöglichkeit am Ausgangspunkt
Hunde-Check: urige und recht ruhige Ecke der Haard, teilweise Naturschutzgebiet, etwas Wasser befindet sich rund um das Gernebachtal

Katenkreuz Haard
Wanderkarte am Parkplatz „Katenkreuz“

Vom Katenkreuz zu den Baumriesen

Wir beginnen unsere Rundwanderung am Wanderparkplatz „Katenkreuz“ gegenüber des „Haard Campingplatz“ in dessen Haard Oase ihr nach der Wanderung noch prima einkehren könnt. Von hier aus folgen wir dem „blauen Specht“, der uns als Wegweiser dient. Bis zum Jammertal Resort sind die Wegmarkierungen ausgezeichnet, allerdings folgt anschließend ein Abschnitt, auf dem die Wegweiser – warum auch immer – aktuell fehlen, (Stand: 21.03.2021) – deshalb orientieren wir uns hier am „A3“ bis die richtige Ausschilderung weiter geht.

Es dauert nicht lange und wir erreichen das erste Highlight des Weges. Die mächtigen Baumriesen begrüßen uns freundlich und strecken uns ihren dicke Zehen und klobigen Füße entgegen.

Jammertal Katenkreuz
Jammertal Baumgestalten
Jammertal Katenkreuz

Sie sind friedliche Gestalten – wie sie hier so am Wegesrand warten und die vorbeiziehenden Wanderer verzaubern.

Warum die Bäume diese bizarre Form angenommen haben, erfahren wir auf dem Hinweisschild und lernen beim Lesen auch gleich etwas über die Vergangenheit der Region.

Idyllisch und ruhig ist es im Wald – nur das Gezwitscher der Vögel ist zu hören. Auf den weichen Wegen wandern wir gemütlich dahin, streifen das Jammertal Resort und halten uns ein wenig nach links bis wir ins Gernebachtal gelangen.

Wandern im Gernebachtal

Hier machen wir nun einen scharfen Rechtsknick.

Im Gernebachtal machen wir uns auf Spurensuche nach dem gleichnamigen Bach. Durch die Grundwasserabsenkung ist dieser fast komplett versiegt und verläuft unterirdisch. Dennoch lassen sich die Spuren des Baches anhand seiner Vegetation stellenweise gut nachvollziehen.

Idyllische Pfade durch die Haard

Diese Wanderung trägt nicht umsonst den Titel Genusswanderung. Überwiegend eben wandern wir durch Wald und Flur, genießen hier und da kleine Ausblicke und nutzen die Bänke für eine kleine Pause.

Jammertal Katenkreuz
Jammertal Katenkreuz

Wer mit offenen Augen wandert, entdeckt zwischen den Bäumen unzählige Hochstände. Manche stehen direkt am Weg, andere verstecken sich im Dickicht. Einige sind enorm hoch und verfügen über steile Leitern, andere dagegen sind klein. In den hohen Kiefern hängen Behausungen für die Vögel und andere Waldbewohner. Am Boden liegen verstreut die Zapfen der Kiefern und Fichten. Hier und da raschelt das Laub des letzten Herbstes unter den Füßen.

Jammertal Katenkreuz Haard
Jammertal Katenkreuz

Immer wieder gibt es unterwegs Kleinigkeiten zu entdecken. Die Luft duftet nach den Nadelbäumen. Und so erreichen wir irgendwann den Rand des Gernebachtals, an dem wir auch eine Infortafel vorfinden, die uns Wissenswertes zum Verlauf des Gernebachs erläutert.

Gernebachtal Katenkreuz
Gernebachtal Katenkreuz

Über die Ahsener Allee in die Wellen

An der Ahsener Allee leuchtet uns schließlich eine der pinken Bänke des Hohe Mark Steigs entgegen und eine kleine Pause lassen wir uns hier nach etwas mehr als der halben Strecke nicht nehmen.

Auf der anderen Seite des Weges – getrennt von einer Baumreihe – liegt eine weitläufige Wiese und leuchtet im Sonnenschein. Was für ein herrlicher und beruhigender Anblick.

Nach der Pause folgen wir eine Weile der Ahsener Allee und genießen den weiten Blick über die offenen Flächen zu unserer Rechten.

Etwas weiter zweigen wir dann nach rechts ab und umrunden die große Wiese.

Im weiteren Verlauf treffen wir auf viele verwunschen wirkende kleine Weiher, die sich links und rechts des Weges verstecken und einen paradiesischen Anblick bieten.

Eine wahre Oase für die Tiere des Waldes befindet sich hier an den Ausläufern des Gernebachtals entlang der Ahsener Allee.

Gernebachtal Katenkreuz
Gernebachtal Katenkreuz
Gernebachtal Katenkreuz

Lost Places in der Haard

Einen Großteil der Strecke haben wir bereits zurückgelegt, als wir einen vermeintlichen Hochstand mitten im Dickicht ausmachen, der eher an einen Aussichtsturm erinnert, aber in die Jahre gekommen zu sein scheint. Wir passieren das merkwürdige Gebilde und das anschließende umzäunte und nicht weniger bizarr wirkenden Gelände mit Gebäuden, die mit Tarnmustern gestrichen sind. Drei Schilder machen die Verwirrung komplett. „Militärischer Bereich“ steht auf dem einen, „Fotografieren Verboten“ auf einem anderen und „Spielende Kinder“ auf dem letzten. Was hat das nur zu bedeuten?

Ein Teil erklärt sich wenig später auf einer Infotafel, der andere Teil erst zu Hause nach einem Blick ins Internet. Der Hochstand entpuppt sich als Wachturm einer ehemaligen Raketenbabschussstation der US-Amerikaner, die sich einst in der Haard zwischen 1963 und 1983 befand.

Raketenbasis Haard
Haard Oase

Während auf dem Stimberg eine Radarstation der Bundeswehr lag, die den Luftraum des Ruhrgebiets überwachte, befand sich hier im Jammertal eine Station für Flugabwehrraketen, an die die Bundeswehr feindliche Flugzeuge hätte melden können.

Das eingezäunte Gelände gehört mittlerweile zum Jammertal Resort und beherbergt tatsächlich ein Festzelt für große Partys. Na, wär das nicht eine tolle Location für eure nächste Geburtstagsparty?

Von hier aus ist es jetzt nicht mehr weit zurück bis zum Parkplatz. Das letzte Stück des Weges führt entlang einer Straße und am Ziel angekommen ruft nun schon der frische Kuchen aus der Haard Oase.

Fazit zur Rundwanderung durch das Jammertal

Kein Grund zum Jammern. Der Wanderung durch das Jammer- und Gernebachtal bietet Natur pur, idyllische und spektakuläre Orte im Wald, die für die ganze Familie ein Abenteuer sind.

In der Haard Oase gibt es hinterher Kaffee, Kuchen und Eis oder kleine warme Speisen. Schaut doch dort mal vorbei. Der Mandarinen-Käsekuchen war sehr lecker und übrigens selbst bezahlt.

Zu guter letzt gibt es jetzt hier noch unseren GPS Track auf Outdooractive. Es macht Sinn die Karte offline zu speichern, da der Handyempfang nicht flächendeckend vorhanden ist. Falls ihr dafür noch eine Mitgliedschaft bei Outdooractive benötigt, lest mal hier weiter.

Viel Spaß beim Wandern – eure Dina!

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