Von Gruben (1150m) durch das Frosnitztal zur Badener Hütte (2610m)

 

Achselsee Löbbentümpel
Der Achselsee auf dem Weg zur Badener Hütte auf 2225m Höhe

Wanderung zur Badener Hütte am 21./22.08.2018

 

Höhenunterschied: 1471m (gewandert)

 

Gehzeit zur Hütte: 5,5 Stunden

 

Gesamtstrecke: 23,00 km (hin und zurück)

 

Familien-Check: Aufgrund der Streckenlänge von 11,5 km pro Richtung und der vielen Höhenmeter ist die Tour nur für gehfreudige Kinder empfehlenswert. Teilweise steil ansteigende und anstrengende Wegstücke, jedoch unschwierig zu gehen. Jausenstationen sind vorhanden.

 

Hunde-Check: Wasser ist immer wieder unterwegs erreichbar. Eine Reserve für das erste Wegstück von Gruben aus ist aber sinnvoll.

 

Highlights: Katalalm, Mitteldorfer Alm, Zedlacher Alm, Achselsee, Frosnitzbach und Frosnitzkees

 

Wegbeschreibung zur Badener Hütte

Wir beginnen unsere Wanderung zur Badener Hütte in Gruben unweit des Felbertauerntunnels. Einen Wanderparkplatz gibt es hier nicht, jedoch bieten sich vor Einfahrt in den kleinen Dorfkern eine Stellfläche zum Parken an oder innerhalb der Ortschaft verschiedene Buchten.

 

Gruben besteht nur aus wenigen Häusern und Höfen und so ist der Einstieg der Wanderung schnell zu finden.

 

Gruben Osttirol
Gruben Startpunkt der Wanderung zur Badener Hütte

 

Der Weg ins Frosnitztal führt über einen Almgüterfahrweg. Dieser leitet uns stellenweise recht mühsam und steil empor und tief hinein ins Tal. Während der Frosnitzbach immer hörbar unter uns rauscht folgen wir dem Weg bergan.

 

Badener Hütte
Almgüterfahrweg ins Frosnitztal

Das Frosnitztal ist eins der unberührtesten, ursprünglichsten und naturbelassensten Täler Osttirols. Andere Wanderer treffen wir hier kaum auf unserem Hinweg und so fühlen wir uns wie Pilger auf unserem Weg zum Ziel.

 

Nach den ersten Kilometern erreichen wir die Katalalm (1725m). Ein paar bezaubernde Hütten kuscheln sich an den sonnenbeschienenen Berghang und wir folgen dem Wegweiser zur Badener Hütte auf dem Normalweg. An der letzten Almhütte lädt uns ein Rastplatz zur Pause ein. Ein Wassertrog ist gut gefüllt mit gekühlten Getränken und gegen eine kleine Spende genehmigen wir uns eine Erfrischung bevor es weitergeht.

 

Über die Mitteldorfer Alm (1843m) und die Zedlacher Alm

Die nächsten Etappen auf dem Weg zur Badener Hütte sind die Mitteldorfer und die Zedlacher Alm. Von der Katalalm folgen wir dem Almgüterfahrweg weiter taleinwärts und mit mäßiger Steigung. Schließlich erreichen wir am Hang oberhalb des Frosnitzbaches die Mitteldorfer Alm. Die Jausenstation der Familie Resinger ist die letzte Einkehrmöglichkeit vor der Badener Hütte und sollte unbedingt in Anspruch genommen werden. Das liebevolle Ehepaar Resinger versorgt seine Gäste mit hausgemachten Speisen und kalten und warmen Getränken. Neben der Terrasse meckern ein paar Ziegen, in der Sonne liegt das „Grauvieh“ und auf der gegenüberliegenden Talseite wird das Heu noch mit großen Kraxen auf dem Rücken zu den Hütten gebracht während Kinder am steilen Hang spielen und ein Hund freudig umher läuft. Urtypischer geht es wohl kaum und wir sind bezaubert von dieser Idylle.

 

Mitteldorfer Alm
Die bezaubernde Mitteldorfer Alm mit Jausenstation der Familie Resinger

 

Dann geht es weiter auf unserem Weg und kurz danach erreichen wir schon die Zedlacher Alm, die sich auf der anderen Seite des Frosnitzbaches befindet. Die Gosseralm bietet aktuell keine Verpflegung und so genießen wir den Blick auf diese wunderschöne Almkultur und setzen unseren Weg fort.

 

Versteckt hinter einem kleinen Wall entdecken wir einen verwunschenen kleinen See in dem sich große Fische tümmeln.

 

Zedlacher Alm
Biotop an der Zedlacher Alm

 

Noch einmal führt der Fahrweg etwas steiler hinauf und kurz vor der kleinen Hütte, die wir weiter oben auf einem Vorsprung sehen, zweigt unser Weg nach links ab.

 

Über den Steig zur Badener Hütte

Hier am sogenannten „Steinsteg“ auf 2080m endet der Wanderweg über den Fahrweg und geht über auf den Steig. Noch 530 Höhenmeter und ein gutes Stück zu Fuß liegen vor uns.

 

Badener Hütte
Steinsteg – hier beginnt der Steig zur Badener Hütte

Ab Abzweig überqueren wir zunächst den Frosnitzbach und entlang von dichten Blaubeerbüschen geht es nun weiter in Richtung Hütte.

 

Der Achselsee, auch Löbbentümpel genannt, ist der nächste markante Wegpunkt.

 

Achselsee
Kurze Abkühlung im Achselsee

Wir machen eine kleine Pause, genießen die traumhafte Aussicht und setzen anschließend unseren Weg fort. Nach einem weiteren kleinen Anstieg können wir bereits die Badener Hütte erkennen. Nah sieht sie aus und dennoch sind wir nicht am Ziel. In Serpentinen windet sich der Steig den Berg hinauf und in einiger Entfernung hören wir es bereits laut rauschen.

 

Eine Ecke später sehen wir den Keesbach, der sich in seinem ausgewaschenen felsigen Bachbett in die Tiefen stürzt. Besonders beim schönem Wetter und nachmittags führt der Keesbach Unmengen an Schmelzwasser des Frosnitzkees mit sich. Wir spüren die kühle Gischt des Wassers während wir die kleine Brücke überqueren und uns dabei gut an den Seilen festhalten bis wir wieder sicheres Gelände unter den Füßen haben.

 

Frosnitzbach
Überquerung des Frosnitzbaches

 

Doch immer noch nicht haben wir das Ziel erreicht. Der Steig schraubt sich jetzt weiter an dem Bergrücken hinauf und das letzte Stück des Weges wandern wir über den Moränenrücken in Richtung Ziel. Der Blick ins zurückliegende Frosnitztal aber auch in Richtung Gletscher ist wunderschön und atemberaubend und so legen wir die restlichen Meter bis zur Hütte zurück. Nach knapp 5 Stunden haben wir das Ziel erreicht.

 

Übernachtung in der Badener Hütte

Im Vorfeld hatten wir uns beim Hüttenwirt bereits informiert, ob es hier oben eine Übernachtungsmöglichkeit mit Kind und Hund gibt. Freundlicherweise steht Hundebesitzern der Winterraum zur Übernachtung zur Verfügung und so hatten wir 3 Lagerplätze reserviert.

 

Badener Hütte Winterraum
Winterraum der Badener Hütte

Die Übernachtung hier oben war wohl das größte Abenteuer in diesem Urlaub. Mit Kind und Hund sowie 3 weiteren Bergsteigern haben wir die Nacht in dem kleinen Hüttchen verbracht und tatsächlich gut geschlafen, Unsere Hündin Holly hat sich vorbildlich gezeigt und selbst als spät um 23 Uhr noch der letzte müde Wanderer sein Lager bezog keinen Mucks von sich gegeben. Auch in der Badener Hütte bei den Mahlzeiten hat sie sich von ihrer besten Seite gezeigt und so haben wir großes Lob vom Hüttenwirt kassiert. Das macht uns als Hundebesitzer schon sehr stolz 🙂

 

Ein Highlight der Tour war übrigens auch der Sonnenaufgang in 2610m Höhe und der Blick auf die umliegenden Berge. Deshalb solltet ihr unbedingt mal auf einer Hütte übernachten.

 

Abstieg von der Badener Hütte nach Gruben

Der Abstieg nach Gruben erfolgt tags darauf auf dem gleichen Weg wie hin.

 

Fazit zur Wanderung Badener Hütte

Die Wanderung zur Badener Hütte ist wohl einer der längsten Touren, wenn nicht sogar die längste Tour zu einer Hütte in Osttirol. Weit drin im Frosnitztal gelegen befindet sich das Ziel in der Großvenedigergruppe. Vorbei an jahrhundertealten Almdörfern durch eine urtypische Landschaft mit grandiosen Ausblicken und wunderschönen Zwischenzielen ist der Weg zwar anstrengend aber dennoch jede Mühe wert. Lasst euch noch ein wenig von den Bildern verzaubern.

 

Liebe Grüße und Berg Heil

eure Dina

 

 

 

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