Die Etappe 1 des Rothaarsteigs von Brilon nach Willingen hat es in sich. Nicht umsonst ist sie mit 25,1 Kilometern und 634 Höhenmetern, die als am schwierigsten eingestufte Etappe des Rothaarsteigvereins e. V.. Abhängig von der Lage eurer Unterkunft in Willingen, könnt ihr die Strecke ggf. noch um ein bis zwei Kilometer verkürzen, aber die Etappe bleibt dennoch die Anspruchsvollste dieser Wanderung. Allerdings ist sie auch jede Mühe wert, denn am Weg gibt es viel zu Entdecken.

 

Eingangsportal Rothaarsteig
Einstiegsportal des Rothaarsteigs in Brilon

Tour-Fakten Rothaarsteig Etappe 1

 

Startpunkt: Brilon am Markplatz

 

Endpunkt: Willingen (in unserem Fall die Sommerrodelbahn)

 

Übernachtung: Angelikas Hotel

 

Gesamtstrecke: 25,1 km

 

Höhenmeter: 634m bergauf / 505m bergab

 

Gehzeit: 7:27 Std.

 

Familien-Check: Längste und damit schwierigste Etappe des Rothaarsteigs, für sehr gehfreudige Kinder, viele Pausenplätze sind vorhanden und tolle Highlights (s. u.),

 

Prima Freizeitmöglichkeiten an der Sommerrodelbahn und der Ski- und Rodelhütte Einkehrschwung in Willingen.

 

Hunde-Check: Trinkwasser sollte mitgenommen werden.

 

Highlights: Rothaarsteig Einstiegsportal, Möhnequelle, Kyrill-Denkmal, Borberg, Ginsterkopf, Feuereiche, Wasserscheide, Bruchhauser Steine (Besuch sollte separat erfolgen), Richtplatz

 

Der Link zum GPS-Track befindet sich am Ende der Tourenbeschreibung.

 

Kapital von Brilon
Das Kapital von Brilon – das Holz

Von Brilon zur Möhnequelle

 

Wir beginnen unsere Wanderung am Marktplatz in Brilon. Unverkennbar steht der erste Stein, der den Rothaarsteig markiert, direkt neben dem Rathaus und in einigen Metern Entfernung sehen wir bereits den nächsten Wegweiser. Sicher geleiten uns die Markierungen durch den Ort und wir gelangen zu einer kleinen Parkanlage. Hier befindet sich das offizielle Einstiegsportal zum Rothaarsteig an einem kleinen Teich.

 

Dann überqueren wir einen Parkplatz und sind endlich am Wald angekommen. Über den Gewerkenweg, der die Bergbaugeschichte der Region erzählt, geht es bergan. Kurz umrunden wir im weiteren Verlauf noch das Briloner Krankenhaus und setzen unseren Weg fort. Vorbei an Brockmanns Hütte ist es nicht mehr weit bis zur Möhnequelle, die wir über einen urig ansteigenden Pfad erreichen. Unscheinbar plätschert hier das Wasser aus dem Berg.

 

Möhnequelle
Möhnequelle

Viele Highlights am Rothaarsteig

 

Ein Streckenhighlight jagt jetzt das nächste. Weiter bergauf gelangen wir zum Gudenhagener Poppenberg und zum Kyrilltor. Hier oben bietet sich auf dem Rothaarsteigmobiliar ein hübscher Ort für eine Pause an. Im Bilderrahmen wird noch ein Foto gemacht, dann geht es bergab weiter.

 

Bilderrahmen Rothaarsteig
Pause oberhalb vom Kyrilltor

Wir folgen dem Forstweg in Richtung Hiebammenhütte. Neben dem Weg plätschert die Hilbringse und Holly legt eine lustige Planschrunde ein. Wir erreichen die Hütte, da wir aber noch ein ganzes Stück Weg vor uns haben, passieren wir diese nur und wandern weiter wieder hinauf in Richtung Borberg.

 

Auf kleinen gemütlichen Pfaden geht es einsam durch den Wald. Etwas später gelangen wir wieder auf den Forstweg und treffen alsbald auf Borbergs Kirchhof und etwas weiter oberhalb auf die kleine bezaubernde Kapelle.

 

Borberg
Kapelle auf dem Borberg

Unser Weg führt uns durch den Wald und nach einiger Zeit können wir bereits in der Ferne die Bruchhauser Steine erkennen. Es wird Zeit für eine Mittagspause an einem wunderschönen Rastplatz, inmitten einen kleinen Talkessels, der sehr gut mit Picknickmöglichkeiten ausgestattet ist. Anschließend geht es gut gestärkt wieder los. Doch es ist noch ein ganzes Stück Weg bis zu den Bruchhauser Steinen und es folgen so einige Höhenmeter – Schlag auf Schlag – als wir den Wegweisern in Richtung Ginsterkopf folgen. Das Gelände wird regelrecht alpin. Mitten auf einem Kamm geht es quer über die Berge, bergauf, bergab, bergauf, bergab und wir kommen ordentlich ins Schwitzen.

 

Schließlich erreichen wir wieder einen Forstweg und wandern abwärts bis zur Feuereiche. Hier lohnt es sich einen ganz genauen Blick auf die vielen Details dieser Skulptur zu werfen und die anschauliche Beschreibung zu studieren.

 

Feuereiche
Die Feuereiche – leider nicht bei Sonnenschein

Von den Bruchhauser Steinen zum Richtplatz

Um die Bruchhauser Steine wandern wir einen Bogen. Hier waren wir bereits vor gut zwei Jahren und ein Ausflug hierhin ist absolut lohnenswert. Aufgrund der Länge dieser Etappe, solltet ihr das aber ein anderes Mal in Angriff nehmen. Nun steht das letzte Rothaarsteig-Etappenziel auf dem Programm – der Richtplatz. Wir passieren die Ortschaft Bruchhausen etwas oberhalb auf dem Forstweg so lange bis uns der Wegweiser wieder auf einen kleinen steinigen Pfad abknicken lässt. Die letzte Herausforderung dieser Etappe 1 steht uns bevor, denn noch einmal geht es jetzt ordentlich steil aufwärts. Mit der letzten Wasserreserve erreichen wir das Ziel.

 

Richtplatz Rothaarsteig
Der Richtplatz

Vom Richtplatz nach Willingen zur Sommerrodelbahn

 

Oben verschnaufen wir erst einmal von dem Aufstieg, bevor wir uns an das finale Stück des Weges machen. Nach Willingen geht es jetzt glücklicherweise nur noch hinunter und wir freuen uns auf etwas Freizeitprogramm, welches uns nun erwartet.

 

Wir sind eingeladen die Anlagen der Sommerrodelbahn und die Ski- und Rodelhütte Einkehrschwung zu testen. Und das kommt uns nun gerade Recht, nachdem wir mit letzten Kräften dort ankommen. Die neu gebaute Hütte liegt einladend am Berghang. Eine große Außenterrasse mit gemütlichen Sitzplätzen, die zum Teil auch überdacht sind, bietet einen schönen Ausblick auf die umliegenden Berge sowie den Spielplatz, die Sommerrodelbahn und die neu gebaute XXL Murmelbahn. Somit können die Erwachsenen hier perfekt sitzen und den Kindern beim Toben zuschauen.

 

Einkehrschwung Willingen
Ski- und Rodelhütte Einkehrschwung in Willingen

 

Natalie, die Betreiberin der Anlage empfängt uns und nachdem wir uns mit Schnitzel und Currywurst gestärkt haben, geht es an das Spaßprogramm.

 

Freizeitvergnügen in Willingen

 

Wir haben Glück – zwar scheint heute keine Sonne und wir sind an diesem Tag spät dran, aber dafür haben wir die Sommerrodelbahn für uns ganz alleine. Einem ungetrübten und rasanten Fahrspaß steht also nichts im Wege. Holly muss leider zuschauen, wie es für uns den Berg hochgeht, was ihr gar nicht gefällt, aber wir sind auch flott wieder unten. Berg hinauf, Hebel bis zum Anschlag runter und los gehts. Was für ein Vergnügen. Als Andenken bekommen wir noch die Schnappschüsse der Kamera, die sich an der Bahn befindet.

 

Dann besichtigen wir noch die tolle XXL Murmelbahn. Wessen Kinder noch nicht müde sind, der findet hier eine prima Beschäftigung, um noch ein wenig nachzuhelfen. 😉 Mit großen Holzkugeln können die Kids die verschiedenen und zum Teil musikalischen Elemente der Murmelbahn erkunden. So eine schön gestaltete Anlage habe ich noch nie gesehen und als Kind wäre ich hier sicher Feuer und Flamme gewesen und hätte kaum aufhören können zu spielen. Und auch heute lassen wir uns den Spaß an der Murmelbahn nicht nehmen.

 

Sommerrodelbahn Willingen
Blick auf die Freizeitanlagen an der Sommerrodelbahn.

 

Mit dem Shuttle-Service ins Hotel nach Willingen

 

Die Zeit vergeht schnell und auf einmal steht schon Michèle, die Juniorchefin mit ihrem Shuttle von Angelikas Hotel in Willingen vor der Tür. Wir sind froh, nicht noch mehr laufen zu müssen und genießen die kleine Rundfahrt durch Willingen bis zum Ziel.

 

Als wir das Hotel durch die Eingangstür betreten, werden wir von einem einzigartigen und wunderschönen alpinen Flair empfangen und alles duftet nach Zirbenholz. Auch unser Zimmer ist in demselben Ambiente gehalten und wir sind wirklich beeindruckt mit wie viel Liebe bis ins Detail das Hotel von Angelika und Michèle in Eigenregie gestaltet wurde.

 

Angelikas Hotel Willingen
Empfangsbereich in Angelikas Hotel

Und so genießen wir hier einen schönen Abend und eine gute Nacht, bevor wir am nächsten Morgen zu Etappe 2 starten. Vorher gibt es allerdings noch ein sehr leckeres Frühstück und wir packen uns ein Lunchpaket für unterwegs. Michèle füllt noch unsere Trinkflaschen mit isotonischen Getränken, wir bekommen als süßes Abschiedsgeschenk ein kleines Zirbenherz mit Zirbenöl und anschließend bringt uns Michèle mit dem Shuttle wieder in Richtung des Einstiegs zum Rothaarsteig.

Und hier noch ein paar Fakten zu Angelikas Hotel Garni

 

Hinweis vorab: Dieser Blogbeitrag wurde nicht bezahlt. Angelika und Michèle Volkenrath haben uns freundlicherweise eingeladen unsere zweite Nacht am Rothaarsteig hier zu verbringen und wir freuen uns, dass wir euch an dieser Stelle eine ganz tolle Empfehlung aussprechen können, wenn es euch einmal nach Willingen und/oder auf den Rothaarsteig verschlägt! Das gilt auch für unseren Tipp zur Sommerrodelbahn.

 

Lage: Zentral in Willingen und idealer Ausgangspunkt, um sich abends noch den Ort anzuschauen oder Essen zu gehen.

 

Hunde: Hunde sind im Hotel gern gesehene Gäste und dürfen auch mit in den Speiseraum genommen werden.

 

Wellness: finnische Sauna, Infrarotkabine, Schwebeliegen auf Voranmeldung nutzbar

 

Lunchpaket: Wanderer erhalten auf Wunsch ein Lunchpaket und isotonische Getränke.

 

Zimmer: Wunderschöne und individuell gestaltete Zimmer mit alpinem Flair und vielen natürlichen Materialien.

 

Angelikas Hotel Willingen
Unser Bettchen im Hotel

 

Weitere Infos zum Hotel hier: Webseite Angelikas Hotel

 

Short-Facts Etappe 1 Brilon – Willingen

 

Wenngleich dies auch die anstrengendste Etappe am Rothaarsteig war, es war auch eine der Ereignisreichsten, auf der wir viel erlebt und tolle Menschen kennen gelernt haben. Willingen lohnt sich durchaus auch für eine zweite Übernachtung, denn es gibt hier viel zu sehen und zu entdecken – nicht nur für Wanderer, sondern auch zum Beispiel für Mountainbiker. Ebenso ist der Ettelsberg einen Besuch wert.

 

Falls ihr nicht unbedingt den ganzen Rothaarsteig wandern wollt, lohnt sich auch ein Aufenthalt in Willingen.

 

Wir wünschen euch viel Spaß. Anbei noch reichlich Bilder von dieser tollen Etappe.

Eure Dina

 

Link zum GPS Track der Tour auf Outdooractive

 

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