Urbanes Wandern ist im Trend. Das erkannte die Stadt Essen schon vor ein paar Jahren und entwickelte nacheinander erst den Baldeneysteig, dann den Kettwiger Panoramasteig und anschließend den Zollvereinsteig. Und damit nicht genug. Mit der Schöpfung des Deilbachsteigs ist der Stadt ein neues Wandermeisterwerk gelungen. Wilde und abenteuerliche Pfade sowie spektakuläre Aussichten paaren sich mit historischen Altstädten und Gebäuden, Zeugnissen der industriellen Geschichte des Ruhrgebiets und einer alten Burgruine mit grausiger Vergangenheit.

Deilbachsteig
Neugierige Blicke am Wegesrand des Deilbachsteigs

Neugierig geworden? Mit drei befreundeten Wanderbloggerinnen: Natalie @outdoorfamilienglück, Sabine @ausgelatschteschuhe und Steffi @reiseziege habe ich den Steig an zwei Tagen genauestens unter die Lupe genommen. Deshalb gibt es jetzt bei allen die geballte Ladung Deilbachsteig. Und wenn ihr mehr von unserem Wanderquartett erfahren wollt, folgt uns gerne auf Instagram. Wir sind die wandermaedels.ontour.

Werbehinweis: Im Rahmen unseren privaten Bloggerwanderns hat uns die Essen Marketing GmbH unterstützt und die Übernachtungskosten des Hotels übernommen. Meine in diesem Artikel dargestellte Meinung über den Deilbachsteig hat dies in keiner Weise beeinflusst.

Die Tourfakten vom Deilbachsteig

Auf dem Deilbachsteig geht es rund um Essen und die Nachbarstädte Velbert und Hattingen. Die anspruchsvolle Strecke verläuft über insgesamt rund 33 Kilometer und sage und schreibe 1.060 Höhenmeter. Im ständigen Auf und Ab mit steilen An- und Abstiegen, ist die Wanderung eine echte Herausforderung und festes Schuhwerk mit einer gut profilierten Sohle ist die Grundvoraussetzung.

Deilbachsteig
Namensgeber der Tour: der Deilbach

Ausgangspunkt: Der offizielle Startpunkt ist Essen-Kupferdreh. Wir sind abweichend in Velbert-Langenberg gestartet, da wir in Essen Stadtmitte übernachtet haben und von Kupferdreh mit der S-Bahn zum Hotel gefahren sind.

GPS-Track: wie immer auf Outdooractive*

Strecke: 33,0 Km

Höhenmeter: 1.060 Hm (laut Webseite VisitEssen und getrackt)

Dauer: 9:30 Std.

Wandertipp: Es empfiehlt sich die Wanderung in 2 Etappen aufzuteilen. Aufgrund der hervorragenden ÖPNV-Anbindung mit den Bahnhöfen Essen-Kupferdreh und Velbert-Langenberg kann die Strecke quasi je Richtung halbiert werden.

Familiencheck: Der Deilbachsteig verspricht viel Abenteuerfeeling, so dass die Wanderung auch für Familien sehr interessant ist. Am besten dann auch in 2 Etappen.

Hundecheck: Entlang des Weges gibt es für Hunde regelmäßig mal einen Bach zum Erfrischen. Eine Trinkwasserreserve sollte dennoch eingepackt werden. Ebenso ein paar Leckerchen.

Weitere Details: auf der Webseite vom Essen Tourismus.

Etappe 1: von Velbert-Langenberg nach Essen-Kupferdreh

Unsere erste Etappe des Deilbachsteigs beginnt am Bahnhof in Velbert-Langenberg. Auf dem P&R Parkplatz stellen wir unsere Autos ab, schnüren die dicken Wanderschuhe, schultern den Rucksack mit dem Gepäck für zwei Tage und schon geht es los. Ein kleines Warm-Up wäre vorher nicht schlecht gewesen, denn als erstes folgen wir einer steilen und schier endlos erscheinenden Treppe den Hang hinauf bis zum Einstieg in den Deilbachsteig.

Deilbachsteig
Historisches Bürgerhaus Langenberg

Gleich danach halten wir uns rechts, um bergab wandernd erstmal verschnaufen zu können.

Der Weg führt uns durch das hübsch anzusehende, historische Altstädtchen von Velbert-Langenberg. Hier und da zweigen romantische und verwinkelte Gassen ab.

Ein besonderer Hingucker ist jedoch das “Historische Bürgerhaus”. Das prunkvolle Gebäude gleicht einer Schloss-Anlage und war immer schon als Ort für Veranstaltungen gedacht.

Wir bewegen uns ortsauswärts und erreichen wenig später den Waldrand und damit die ersten urtümlichen Pfade, die uns durch die Velberter Wildnis führen.

Deilbachsteig
über Hügel
Deilbachsteig
durch Täler

Tatsächlich wirken die schmalen Pfade wild und naturbelassen, an manchen Stellen sogar urwaldähnlich. Umgestürzte Bäume liegen auf dem Waldboden. Moose bedecken die Stämme. Üppig grünt es an den Wegrändern.

Deilbachsteig
mit herrlichen Aussichten
Deilbachsteig
geht es auch mal durch einen Bach

Kleine Bäche schlängeln sich durch die Landschaft und immer wieder genießen wir traumhafte Ausblicke über die Berge und Täler, an die sich kleine Siedlungen kuscheln.

Über die Velberter Höhen

Im Schlängelkurs wandern über die Höhenzüge und vorbei an Langenberg, Frohnberg, Hopscheiderberg. Die Ortsnamen verraten bereits, dass es hier nicht nur ein mal bergauf geht. Zwischendurch entdecken wir immer wieder den Langenberger Sender am Horizont und haben fast das Gefühl, im Kreis zu wandern. Wir passieren Nierenhof, darauf folgend eine besonders idyllische Waldpassage und treffen anschließend zum ersten Mal auf den namensgebenden Deilbach.

Deilbachsteig
Vossnacker Ziegelei

Ein Stück führt uns der Deilbachsteig über den Deilbachradweg, ehe wir zum zweiten Mal das Gewässer überqueren und ein historisches Gebäude passieren.

Was aussieht wie ein Lost Place ist die ehemalige Vossnacker Ziegelei. Imposant ragt der 53 Meter hohe Kamin in die Höhe. Die Ziegelei entstand im Jahr 1899 und verarbeitete die örtlichen Tonvorkommen zu Ziegeln.

Der Betrieb wurde vor dem 2. Weltkrieg aufgegeben und später anderweitig genutzt.

Zum Ende der 1. Etappe am Baldeneysee

Urbanes wandern bedeutet immer eine Kombination aus städtischem und natürlichem Umfeld. Wir nähern uns langsam dem Ende der 1. Etappe in Kupferdreh, indem wir ein Gewerbegebiet und später eine moderne Wohnsiedlung durchqueren. Nach gut 18 Kilometern erreichen wir den Baldeneysee und genießen mit Blick auf das Wasser eine typische Ruhrpottmahlzeit.

Deilbachsteig
Seeblick
Deilbachsteig
mit Belohnung

Zwischen den Etappen

Da wir uns entschieden haben, den Deilbachsteig in 2 Etappen aufzuteilen, nehmen wir von Essen-Kupferdreh die S-Bahn zum Hauptbahnhof nach Essen und sind weitere 5 Minuten später an unserer Unterkunft, dem moxy Hotel.

Deilbachsteig
Gute Nacht
Deilbachsteig

Hier machen wir uns noch einen richtig gemütlichen Wandermädelsabend, bevor wir müde in die Kissen fallen. Am nächsten Morgen starten wir mit einem phänomenalen Continental-Frühstück und sind gut gestärkt für die 2. Etappe.

Infos zum moxy: Das moxy in Essen ist ein stylisches Hotel mit angenehmem Wohlfühlcharakter für kurzweilige Aufenthalte. Die Zimmer sind schick eingerichtet und klimatisiert. In der modernen Lounge liegen zahlreiche Spiele auf den Tischen, so dass es hier mit Sicherheit am Abend nicht langweilig wird. Es gibt eine kleine Speisekarte mit verschiedenen Snacks, das essenstechnische Highlight ist aber definitiv das Frühstück.

Etappe 2: von Essen-Kupferdreh nach Velbert-Langenberg

Am 2. Tag geht es mit dem Zug zurück nach Essen-Kupferdreh und damit zum offiziellen Startpunkt des Deilbachsteigs.

Deilbachsteig
Karl-Funke-Stiftung

Präsent steht das schmucke Gebäude der ehemaligen Karl-Funke-Stiftung am Wegesrand. Bis 2008 diente das Gebäude karitativen Zwecken, heute ist es ein Mehrfamilienhaus.

Ein Stückchen verläuft der Deilbachsteig noch entlang seines Namensgebers, dann geht es ab in den Wald und wieder mitten in die Natur.

Der herrliche Pfad führt uns entlang so einiger versteckter Highlights; einem Baum, der einen natürlichen Sitzplatz bietet, einem alten Einmannbunker und zu einem zugewucherten alten Steinbruch.

Deilbachsteig
Ab durch den Wald
Deilbachsteig
Ein Baumthron für Wanderer:innen
Deilbachsteig
Bunkeranlage
Deilbachsteig
Ehemaliger Steinbruch
Deilbachsteig

Kurz bevor uns der Deilbachsteig ein kurzes Stück entlang der Nierenhofer Straße führt, erreichen wir einen ganz besonderen Rast- und Pausenplatz.

An Frankes Lodge lädt ein großes Schild zu einem Stop ein. Über eine kleine Treppe erreichen wir einen niedlichen Sitzplatz. In dem hübschen Vorgarten wimmelt es von Dekorationen. Ein winziger Teich plätschert vor sich hin, ein Paar Schuhe hängt in einem Baum und in einem US-Briefkasten befindet sich ein Gästebuch, in das wir uns natürlich eintragen. Hier gibt es viel zu Bestaunen, aber da wir noch so einige Kilometer und Höhenmeter vor uns haben, halten wir es mit dem Spruch “Wer rastet, der rostet” und ziehen bald weiter.

Mittlerweile sind wir in Hattingen gelandet und wandern über den Kressenberg und an der bezaubernden St. Engelbert Kirche vorbei.

Deilbachsteig
St. Engelbert Kirche
Deilbachsteig
Deilbachsteig
Nimm Platz

Etwas später werden wir schon wieder eingeladen, Platz zu nehmen. Da es allerdings zwischenzeitlich geregnet hat und alles nass ist, ziehen wir weiter.

Auf den Kressenberg folgt das Balkhauser Tal. Dementsprechend sind Höhenmeter Programm. Auf und ab und auf – heißt es auf dem Weg zum nächsten Streckenhighlight, der Burgruine Isenburg.

Und mit ihr folgt das wohl schönste Stück des Deilbachsteigs über den Bergrücken des Isenbergs.

Die Burgruine Isenburg

Die Burgruine Isenburg ist schon seit mehreren Jahrhunderten eine Ruine. Bereits 25 Jahre nach ihrer Erbauung im Jahre 1200 wurde sie zerstört. Das prachtvolle Gebäude, dass sich inmitten der Grundmauer, der alten Isenburg erhebt, ist das Haus Custodis. Es wurde erst 1855 erbaut. Von der Ruine genießen wir einen atemberaubenden Ausblick ins Tal, durch das sich die Ruhr ihren Weg bahnt.

Deilbachsteig
Zwischen Alt….
Deilbachsteig
und neu…
Deilbachsteig
Haus Custodis

Die Geschichte um den einstigen Besitzer der Burg, Graf Friedrich von Isenberg, hat übrigens ein grausames Ende. Er wurde im Jahr 1226 durch das Rad gerichtet. Ein Denkmal auf der Oberburg veranschaulicht die schmerzhafte Gräueltat. Die komplette Historie der Isenburg kann auf der Webseite des Vereins zur Erhaltung der Isenburg e.V. nachgelesen werden.

Der Deilbachsteig verläuft einmal quer durch die Burganlage. Gleich dahinter befindet sich ein weiterer alter Steinbruch und eine Freilichtbühne. Dann wandern wir auf einem idyllischen Steig über den kompletten Bergrücken.

Im Anschluss passieren wir ein Wohnviertel von Velbert-Nierenhof, bevor es dem letzten, steilen Anstieg des Tages entgegen geht. Oft haben wir ihn auf der Tour gesehen, den Langenberger Sender. Er ist so überragend, dass es kaum einen Ort gibt, von dem wir ihn nicht erspähen. Jetzt geht es hoch zu ihm und daran vorbei.

Deilbachsteig
Was für ein Panorama
Deilbachsteig

Während des Aufstiegs genießen wir das einzigartige Panorama über die sanft geschwungenen Hügel. Bis zurück zu unserem Ausgangspunkt ist es nun nicht mehr weit. Bergab läuft es sich fast von allein und glücklich beenden wir die 2. Etappe am Bahnhof in Langenberg.

Fazit zum Deilbachsteig

Zwei wunderbare Wandertage liegen hinter uns. Was soll ich abschließend sagen, was sich nicht schon aus dem vorherigen Text ergibt?! Der Deilbachsteig hat mich auf jeden Fall sehr positiv überrascht. Natürlich geht es stellenweise auch über asphaltierte Wege, was sich beim urbanen Wandern nicht vermeiden lässt. Trotzdem ist der Anteil an Pfaden sehr hoch. Und vor allem die Art der Pfade, schmal, steil, wurzelig, rutschig, steinig, urtümlich – einfach wild – war absolut überzeugend. Wenn ihr den Deilbachsteig bis jetzt noch nicht auf eurer Liste habt, dann wird es Zeit.

Seid ihr schon die Essener Steige gewandert? Welcher hat euch am besten gefallen? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Bis dahin, bleibt gesund und wanderfreudig, eure Dina.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert